Interview mit Markus Pabst von Athletiktraining für Golfer

Heute wagen wir einen Blick über den Tellerrand – mit Markus Pabst haben wir einen Athletiktrainer aus der Sportart Golf zu Gast. Markus ist selbst leidenschaftlicher Golfer und hat damit seine Leidenschaft zum Beruf gemacht!. Er berichtet über das Athletiktraining im Golf auf seiner Facebookseite, dem YouTube Kanal oder seiner Webseite.

Hier geht’s direkt zum Interview mit Markus.

SoccAthletix – spielend fit werden (SCX): Hallo Markus, herzlich Willkommen bei SoccAthletix – spielend fit werden. Stell Dich unseren Lesern doch kurz mal vor: Wer bist Du und was machst Du?

Markus Pabst (MP): Ich bin Markus Pabst, leidenschaftlicher Golfer und Personal Trainer im Hauptberuf. Mit „Athletiktraining für Golfer“ habe ich 2015 begonnen, meine Leidenschaft und meinen Beruf zu kombinieren und darüber zu bloggen.

SCX: Aus athletischer Sicht: Worauf kommt es beim Golf an?

MP: Wie in allen anderen Schlag- und Wurfsportarten brauchen wir eine gute Kombination aus effizienter Power und solider Stabilität. Als Randthemen bringt Golf noch Präzision und Konzentration mit, die durch die athletischen Fähigkeiten eines Spielers beeinflusst werden können.

SCX: Worauf konzentrierst Du dich in Deinem eigenen Training am meisten? Wo liegt der Fokus im Training mit Deinen Klienten?

MP: Wenn ich viel arbeite, leiden darunter die Ernährung (zu wenig) und die Muskulatur (zu leichte Reize, zu viel Ausdauerbelastung). Das versuche ich mit konsequentem Athletiktraining aufzufangen. Also eher intensive Kraftreize und Training für Explosivität. Dazu die nötigen Entspannungs- und Beweglichkeitsübungen, um meine Schwachstellen im Griff zu haben. Im Training mit den Klienten liegt der Fokus auf den Themen, die der Klient mitbringt; das sind vielfältige Themen und Inhalte, denen ich als Trainer jeweils gerecht werden muss. Genau das ist aber auch der Reiz in meinem Beruf. Wenn ich stark verallgemeinern soll, sind es aber sehr häufig Beweglichkeit, Haltungsstabilität und Körperwahrnehmung.

SCX: Siehst Du Parallelen in Deiner Arbeit zu Athletiktrainern in anderen Sportarten?

MP: Ja klar, denn sind wir mal ehrlich: bei aller Spezifität und Pseudo-Spezialisierung sind die athletischen Grundfähigkeiten für alle Sportarten die gleichen. Und da unterscheidet sich ein Fussballer nicht enorm von einem Handballer oder eben einem Golfspieler. Die Basics sind immer gleich. Ein guter Athlet wird immer auch ein guter Golfer, Handballer oder Fussballer sein, weil er sich eben nicht zu stark und früh in seinem Training spezialisiert hat.Von daher gucke ich nie nach dem neuesten Golf Fitness-Trend, sondern immer nach den Entwicklungen im Athletiktraining allgemein. So kombiniert man dann Eindrücke aus einem wissenschaftlichen Vortrag über die Knie-Reha bei Skilangläufern und dem Präventionstraining der englischen Rugby Union und pickt sich seine Themen heraus.

SCX: Welche drei Trainingshilfsmittel nutzt Du häufig und warum?

MP: Generell arbeite ich sehr gerne im Freien und in Bewegungsmustern. Daher fallen große Geräte (Multipresse, Langhantel-Rack) und alle klassischen Studiogeräte bewusst raus. Die 3 am meisten verwendeten Geräte in meinen Trainingseinheiten sind Faszienrolle, Kettlebell und Medizinball.
Mit diesen Tools lassen sich die allermeisten Themen bearbeiten und bringen meinen Klienten auch einen konkreten Nutzen.

SCX: Welche technischen Hilfsmittel nutzt Du für ein perfektes Training?

MP: Zählt das Handy als technisches Hilfsmittel? Dann eindeutig das Handy, weil es so vielseitig ist: Intervall-Timer für Übungszirkel und die Kamera, um visuelles Feedback zu geben. Ansonsten brauche ich wenig technische Unterstützung

SCX: Wie sieht Dein Eingangscheck aus? Wie entscheidest Du, wie und wo Du mit Deinen Klienten mit dem Training beginnst?

MP: Um einen Golfer vernünftig betreuen zu können, ist die Rücksprache mit dem betreuenden Golf Pro unerlässlich. Daher ist ein Teil der Eingangsdiagnostik das Gespräch mit dem Pro, um Arbeitsthemen herauszufiltern. Also – wie kann ich dem Golfer und seinem Pro helfen, einen konstanteren, effizienteren Schwung zu erarbeiten.
An erster Stelle steht aber immer das Gespräch mit dem Klienten über Ziele, Vision und Motivation. Aber auch über Probleme, die er bis hierhin gehabt hat. Denn kein Klient landet bei mir, weil bis dato alles super gelaufen ist.
Erst dann gehen wir an die Eingangsdiagnostik heran. Das ist eine Mischung aus dem TPI-Screen (das Titleist Performance Institute ist der Vorreiter auf dem Gebiet der Golf Fitness und der Verbindung von Fehlerbildern im Schwung und athletischen Fähigkeiten des Bewegungsapparates) und dem Pre-Injury-Screen der VBG.
In Planung ist auch die Ergänzung eines Launchmonitors, um die Schwungcharakteristiken und relevante Parameter von Schläger und Ballflug Schwarz auf Weiß erfassen zu können.

SCX: Markus, gern Stellen wir unseren Gästen einige Short Cuts und persönliche Fragen. Lass uns diese auch mit Dir durchgehen! Was sind für Dich die größten Mythen im Training? Was ist die größte Zeitverschwendung?

MP: Der größte Mythos: Ohne Aufwand Großartiges erreichen Die größte Zeitverschwendung: Ausdauer- und Hypertrophietraining in der gleichen Trainingseinheit

SCX: Welche Fehler begehen Traineranfänger Deiner Meinung nach am häufigsten?

MP: Zu schnell, zu viel und ohne Plan durch alle athletischen Bereiche zu trainieren. Da wird aus Unsicherheit und Unwissen viel Blödsinn angestellt und Trainingszeit verschwendet. Ganz unschuldig sind Fitness Blogger und YouTube daran sicher auch nicht, das ist für mich aber eine starke Motivation mehr guten Content zu produzieren und Halbwissen und Bro-Science weniger Gewicht zu geben.

SCX: Wie sieht Deine Morgenroutine aus?

MP: Aufstehen, Bad, Frühstück mit der Familie

SCX: Welche 3 Wörter zeichnen Dich und Deine Arbeit aus?

MP: Verbindlichkeit, Vertrauen, Erfolg

SCX: Aus welcher Quelle beziehst Du die wichtigsten Informationen für Deine Arbeit?

MP: Ich informiere mich auf allen Kanälen: Journals, Vorträge und Fortbildungen sowie ganz viele gute Bücher. Und ich hinterfrage immer, was ich bis jetzt gemacht habe und ob es dem Klienten einen konkreten Nutzen gebracht hat.

SCX: Was gefällt dir am besten daran, Athletiktrainer zu sein?

MP: Wenn der Klient mitzieht, schaffen wir zusammen immer wieder einen neuen Athleten. Teil eines solch starken Änderungsprozesses zu sein, ist toll.

SCX: Hast Du ein Lieblingszitat oder ein Mission-Statement?

MP: „Wenn wir es machen, dann richtig!“

SCX: Was ist der beste Tipp, den Du jemals bekommen hast?

MP: Schwierig, das kann ich nicht eindeutig beantworten.

SCX: Was sind Deine drei besten Tipps, sein Hobby als Athletiktrainer zum Beruf zu machen?

MP: Ich glaube nicht, dass man aus seinem Hobby einen Beruf machen sollte. Denn wo bleibt dann der Ausgleich. Für alle, die als Trainer hauptberuflich arbeiten wollen: Bilde Dir nie ein, Du wärst am Ende Deiner Entwicklung. Bleibe begeistert und hungrig und kenne Deine Zielgruppe!

SCX: Welches ist Dein Lieblingsbuch und warum?

MP: Eishockey Performance von ALLOUT PERFORMANCE – Eine Unmenge an Wissen und Trainingsstruktur in einem einzigen Buch. Hat mir Thorsten Ribbecke von der Trainerakademie empfohlen und das war eine gute Empfehlung

SCX: Wenn Trainer sich weiterbilden – welche drei Bücher sollten Sie auf jeden Fall lesen?

MP: 

  1. Eishockey Performance
  2. Legacy
  3. Becoming a supple Leopard

SCX: Was sind Deine Ziele für die Zukunft?

MP: Langfristig: Ich möchte mein Trainerbusiness weiter ausbauen und weiter von den besten Kollegen lernen.
Kurzfristig: In 2017 eine Runde unter 80 spielen und die Marke „Athletiktraining für Golfer“ noch bekannter machen

SCX: Wie kann man Kontakt zu Dir aufnehmen?

MP: Über meine Facebookseite, den YouTube Kanal oder über meine Webseite

SCX: Markus, vielen Dank für Deine Zeit und das spannende Interview. Wir wünschen Dir für Deine Ziele viel Erfolg! Wir freuen uns immer von Dir zu hören!

Dir hat das Interview gefallen? Dann schau doch direkt mal bei Markus auf der Seite vorbei oder legt Dir sein neues eBook „Schmerzfrei Golf spielen – Faszien- und Beweglichkeitstraining“ zu! 

« zurück
weiter »